Kreisorganisation Weimar-Apolda-Sömmerda des BSVT

Fotoausstellung von "Anders sehen"

Vom 21. Juni bis 10. Juli 2010 wird die 12 teilige Ausstellung, mit dem Titel "Das Leben ist anders und doch nicht anders", in der "Neuen Mitte" in Jena  gezeigt.
Elf Fotografen haben sich mit der Lebenswirklichkeit blinder und sehbehinderter Menschen auseinandergesetzt, zunächst in Gesprächen später dann mit Fotos. Aus der Fülle der verbalen Informationen und den persönlichen Eindrücken sind Fotografien entstanden, die einzelne Aspekte dreier blinder Menschen in Szene setzen.

Die Fotografen haben jeweils zu viert als Team mit einem der Modelle ,

  • der geburtsblinden 11 jährigen Lisa,
  • der 70-jährigen Frau F. und
  • dem 48-jährigen Herrn W.

gearbeitet.

Entstanden sind 11 Fotos, mit spärlichen Farben, teilweise mit Überschriften als Denkanstöße versehen. Der zwölfte Rahmen , jeweils 80 x 70 cm, bietet  dem Ausstellungsbesucher ergänzenden Text an. Ergänzt wird die Texttafel mit einer Audioführung von 16 Minuten, ausleihbar gegen Vorlage des PA oder angemessenen Geldbetrag an hochgradig sehbehinderte und blinde Besucher.

Hier die Überschriften und eine verkleinerte Darstellung der Fotos:

Lisa' s Hände: (Jan Szameit)

Obwohl Lisa die Welt der Sehenden verschlossen ist, gibt ihr die Braille-Schrift die Chance, genau die gleichen Bücher wie ihre sehenden Freundinnen zu lesen. Durch ihre Sensitivität ist es Lisa möglich mit ihren "Fingern zu sehen".

Foto - Lisas Hände - zu sehen sind Hände beim lesen der Braille-Schrift

Lisa auf Bett: (Andreas Kleyboldt)

  • Das Leben ist durch das Blindsein manchmal trist, aber durch das Hören kommt Farbe hinein
  • Musik bringt Farbe in das Leben
  • Die Hörspiele und meine Musik machen mein Leben bunter
  • Musik und Geschichten sind meine Farben

Foto - Lisa auf Bett - zu sehen ist das Mädchen auf dem Bett liegend, mit den Kopf an einer Stereoanlage

Frau F.: Blind, die Sonne nicht zu spüren wäre schrecklich (Axel Nagelschmidt)

Selbstbewusst mit seiner Krankheit umzugehen. Den Stock nur als Hilfsmittel sehen. Er dient nur zur Orientierung. Am Leben teilhaben. Die anderen Sinne stärken. Zu fühlen. Offen auf Neues zugehen. Seine Schwäche in Stärke wandeln. Sensibler für Zwischenmenschliches zu werden. Den anderen besser zu verstehen und zu sehen. Einfach erkennen.

Foto - Frau F.: Blind, die Sonne nicht zu spüren wäre schrecklich - zu sehen ist Frau F. mit einem Blindenstock über das Bild ist der Text -Blind, die Sonne nicht zu spüren wäre schrecklich - gelegt

Frau F., 4 Bilder vor dem Tor: (Jennifer Schröder)

Die Bilderserie zeigt, wie das Gesichtsfeld in kurzer Zeit durch die Augenerkrankung geschrumpft ist. (Hier: innerhalb von 4 Monaten ist Frau F. blind geworden). Plötzlich schlechter zu sehen, in nur vier Monaten die Sehfähigkeit bis auf einen minimalen Rest zu verlieren ist als ob sich eine Tür verschließt. Mit dem näher rückenden Schwarz treten Grenzen deutlich zu Tage, macht sich Hoffnungslosigkeit breit, verliert sich Lebensfreude, kommt Angst auf, vor Unselbstständigkeit, Abhängigkeit von anderen. Hinter dem Schwarz verbirgt sich die Auseinandersetzung
mit dem eigenen Ich, das Ausloten neuer "Perspektiven", das bewusste Wahrnehmen und trainieren der anderen Sinne, der Wahrnehmung der vielen Fähigkeiten, die geblieben sind, das Verschieben der Prioritäten. Das näher rückende Schwarz signalisiert Veränderung. 4 Monate gehen, das Schwarz kommt.

Foto 4 Bilder vor dem Tor - Die Bilderserie zeigt, wie das Gesichtsfeld in kurzer Zeit durch die Augenerkrankung geschrumpft ist - siehe Beschreibung linke Spalte

Frau F.: 5 Sinne: (Lisa Geier)

Leider keine Beschreibung vorhanden

Foto - 5 Sinne

Herr W.Wein: (Wolfgang Köhler)

Auch ohne viel sehen zu können, kann man das Leben genießen. Genuss. Schließt Du nicht manchmal in schönen Momenten die Augen?

Foto - Herr W.Wein - zu sehen ist Herr W. mit einem Weinglas in der Hand an dem er riecht

Frau F. Hände: (Maria Kube)

Die Begrenzung ihres Sehrestes auf ein Minimum wird durch die Handhaltung verdeutlicht, dennoch ist noch ein Rest übrig – der sie jeden Tag wieder motiviert.

Foto - Frau F. Hände - zu sehen ist Frau F. die sich die Hände vor das gesicht hält

Herr W. Hand: (Evelyn Gaßner)

Ist der Stock nicht da, kann auch die Führung durch eine Person geschehen. Vertrauen - Hilfe - Unterstützung - Nähe - Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen - Bereitschaft, sich auf andere zu verlassen. Bitte leih mir Deine Augen.

Foto - Herr W. Hand - zu sehen ist Herr W. der seine Hand auf der Schulter seiner Tochter gelegt hat und sich von ihr führen lässt

Herr W. stehend Stock: (Bernd Gaßner)

Das wichtigste Utensil, um sich in der Umgebung zurecht zu finden. Einerseits der Stock mit seinen vielen Möglichkeiten und Assoziationen andererseits die Hand, mit ihren vielen Qualitäten und Fähigkeiten. Der Stock ist mein Auge.

Foto - Herr W. stehend Stock - zu sehen ist Herr W. mit nach unten ausgestrecktem Arm und einen Blindenstock in der Hand

Herr W. unter der Lampe: (Thomas Heitkamp)

Licht ermöglicht Sehen, der Stock ermöglicht sehen. Da wo der Stock nicht hinreicht ist es dunkel, unbekannt. Der Stock bedeutet Selbstständigkeit, Schutz, Informationsvermittlung, Kennzeichnung, Sicherheit.

Foto - Herr W. unter der Lampe - zu sehen ist Herr W. der auf einem Stuhl unter einer Lampe sitzt und dabei den Blindenstock schräg nach vorn hält

Lisa: Im Kornfeld

Leider keine Beschreibung vorhanden

Foto - Lisa Im Kornfeld - zu sehen ist Lisa die mit weit ausgestreckten Armen in einem Kornfeld, bei Sonneuntergang, steht

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