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Tag des weißen Stockes 2020

Weisser Stock auf Leitlinien

Weltweit nutzen Blindenverbände den 15. Oktober 2020 als Tag des weißen Stockes, um auf die Situation blinder und sehbehinderter Menschen aufmerksam zu machen. Am 15. Oktober 1964 übergab US-Präsident Lyndon B. Johnson in einem symbolischen Akt Langstöcke an Menschen mit Blindheit und starker Sehbehinderung, was als Beginn des systematischen Orientierungs- und Mobilitätstrainings gilt.

Die Idee, die blinden Menschen mit einem weißen Stock als Schutz- und Erkennungszeichen zu versehen, entstand 1930 in Paris und wurde 1931 in die Tat umgesetzt. Schöpferin dieser Idee war Guilly d’Herbemont, die am 7. Februar 1931 in Anwesenheit mehrerer Minister und Vertreter von Blindenorganisationen die ersten weißen Stöcke überreichen konnte. Der weiße Stock wurde somit offiziell als Schutz und Erkennungszeichen blinder Menschen anerkannt.
Im Jahre 1969 riefen die Vereinten Nationen den „Internationalen Tag des Weißen Stockes“ ins Leben, welcher jeweils am 15. Oktober begangen wird. In den darauf folgenden Jahren erlebte der weiße Stock eine neue Entwicklung. Mit dem sogenannten Langstock und entsprechendem Mobilitätstraining konnten nun vermehrt blinde und sehbehinderte Menschen die große Herausforderung des Straßenverkehrs in Angriff nehmen.

Bundesweite Woche des Sehens

Pressefoto der Woche des Sehens - Die Zukunft im Auge behalten

Für Menschen ohne Sehbehinderung ist es oft schwer vorstellbar, wie man Alltagssituationen mit einer Sehbeeinträchtigung wahrnimmt. Wie finde ich mit „Tunnelblick“ meinen Weg durch einen Bahnhof? Woche des Sehens „Zug in Sicht“ macht es erlebbar.

Wie kann ich einen Fahrkartenautomaten bedienen, wenn ich sehr verschwommen sehe? Das neue Online-Spiel der Woche des Sehens „Zug in Sicht“ macht es erlebbar.
Am Spielbeginn stehen drei unterschiedliche Seheinschränkungen zur Auswahl. Anschließend bewegen sich die Spielenden mit dem Blickwinkel der gewählten Beeinträchtigung durch eine virtuelle Bahnstation. Ziel ist es, „unfallfrei“ den Zug zu erreichen. Wer möchte, kann das Spiel danach mit einer anderen Seheinschränkung spielen und sich so die Unterschiede buchstäblich vor Augen führen.
„Zug in Sicht“ steht ab dem 8. Oktober auf www.woche-des-sehens.de/spiel zur Verfügung und kann direkt im Browser gespielt werden.

Miteinander die Zukunft im Auge behalten

Die Woche des Sehens 2020 beginnt am 8. Oktober mit dem „Welttag des Sehens“ und endet mit dem internationalen „Tag des weißen Stocks“ am 15. Oktober. Das diesjährige Motto lautet „Die Zukunft im Auge behalten“. Gemeinsam mit Organisationen aus den Bereichen Selbsthilfe, Augenmedizin und Entwicklungszusammenarbeit lädt Schirmherrin Gundula Gause dazu ein, sich rund um die Themen Blindheit und Sehbehinderung zu informieren und zu engagieren.

Vielfalt trotz Corona

Trotz Pandemie sind in der 19. Ausgabe der Aktionswoche unterschiedlichste Veranstaltungen geplant. Das Spektrum reicht von Vorträgen und Hilfsmittelvorstellungen über Sehtests bis zum Hörfilmkino.
Bei allen Aktionen steht der Gesundheitsschutz an erster Stelle. Über eventuell notwendige Änderungen aufgrund der Corona-Pandemie informiert die Webseite der Kampagne unter www.woche-des-sehens.de/corona.
Durch die Corona-bedingten Einschränkungen sind in diesem Jahr Internet- und Telefonaktionen in den Fokus gerückt. In Onlinevorträgen können sich Teilnehmende zum Beispiel über Augenerkrankungen informieren oder lernen, barrierefreie Dokumente zu erstellen. In Telefonaktionen beraten sehbehinderte Menschen zum Leben mit einer Seheinschränkung.
Der Veranstaltungskalender auf www.woche-des-sehens.de/veranstaltungen hilft dabei, Angebote in der eigenen Region oder Online- und Telefonaktionen zu finden.

Die Partner der Woche des Sehens

Getragen wird die Woche des Sehens von der Christoffel-Blindenmission, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands, dem Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf sowie der PRO RETINA Deutschland. Unterstützt wird sie zudem von Aktion Mensch und ZEISS.

30 Jahre Berufsförderungswerk Halle (Saale) – Das Jubiläum wird virtuell gefeiert

Das Berufsförderungswerk in Halle (Saale) kümmert sich seit 30 Jahren um die Belange von Menschen mit Seheinschränkungen, genauer gesagt um die Sicherung des vorhandenen Arbeitsplatzes bzw. um eine Neuorientierung in einen leidensgerechten Beruf. Die seit 1991 bestehende Institution feiert vom 24. bis 30. September dieses Jubiläum gemeinsam mit allen Interessierten – natürlich virtuell.

„Flexibel mit den Situationen umgehen, neue Wege finden, streiten, gestalten, diskutieren und dies auf Augenhöhe und mit Respekt. Dies zeichnet unser Tun auch im Jubiläumsjahr 2020 aus.“, erklärt Kerstin Kölzner, Geschäftsführerin des Berufsförderungswerks (BFW) Halle (Saale). Deshalb ist es selbstverständlich, das 30-jährige Jubiläum mit einer virtuellen Festwoche coronakonform zu begehen. Unter www.bfw-halle.org werden den interessierten Webseitenbesuchern ab dem 24.09.2020 täglich Kurzfilme und Beiträge zur Arbeit des BFW Halle (Saale), den Möglichkeiten einer beruflicher Rehabilitation bei
Seheinschränkung, Sehbehinderung oder Blindheit sowie allgemeinen Tipps rund um den Berufsalltag präsentiert. Am Ende erwartet den Besucher ein attraktives Gewinnspiel.

Sehprobleme können unterschiedliche Ursachen, Auswirkungen und Prognosen haben und damit auch ganz verschiedene visuelle und psychische Belastungen am Arbeitsplatz mit sich bringen. Selbst Seheinschränkungen die noch nicht den Grad einer Behinderung aufweisen, können die berufliche Leistungsfähigkeit massiv beeinträchtigen. Ziel der
beruflichen Rehabilitation ist es, die visuelle Belastung auf ein Minimum zu reduzieren oder durch blindentechnische Hilfen zu eliminieren. Betroffene im erwerbsfähigen Alter erhalten durch das BFW Halle (Saale) das nötige Knowhow, um im aktuellen Beruf weiter tätig zu
bleiben und so den Arbeitsplatz langfristig zu sichern oder durch eine leidensgerechte Umschulung im Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Einen Antrag auf sogenannte Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (kurz LTA) kann prinzipiell bei jedem Rehabilitationsträger gestellt werden. Individuelle Hilfe erhalten Betroffene im Rahmen einer beruflichen
Rehabilitation beispielsweise durch eine berufsbezogene Hilfsmittelausstattung (z.B. optisch und elektronisch vergrößernde, blindentechnische oder lichttechnische Hilfsmittel), durch Erlernen visuell entlastender Arbeitstechniken (etwa mauslose PC-Bedienung) oder
einer Auffrischung beruflicher Kenntnisse. Eine Reha-Assessment klärt im Vorfeld entsprechend die individuellen Bedürfnisse und persönlichen Voraussetzungen ab. Wenn der aktuelle Beruf aufgrund der Seheinschränkung keine Perspektive mehr bietet oder schlichtweg zu gefährlich geworden ist, kann der Betroffene im BFW Halle (Saale) auch eine Umschulung in ein bürobezogenes, kaufmännisches, verwaltendes oder dem Gesundheitswesen zuzuordnendes physio-therapeutisches Berufsfeld beginnen. Diese schließt mit einer staatlich anerkannten IHK-Abschlussprüfung oder einem Fachschulabschluss und der Betreuung bei der Bewerbungsphase ab.

J. Stemmler
Leiter Reha- und Integrationsmanagement,
Marketing & Vertrieb

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Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH
Berufliches Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte
Bugenhagenstraße 30 – 06110 Halle (Saale)

Telefon: 0345 1334-0
Fax: 0345 1334-333
E-Mail: info@bfw-halle.de
www.bfw-halle.de

Beratung unter Corona-Bedingungen

die Beratungsstellen des BSVT sind, auf Basis der Verordnungen zum Umgang mit Corona, für persönliche Beratungen wieder geöffnet.

Für die persönliche Beratung sind Schutzvorkehrungen getroffen:

  • vorab die Beratungsstelle telefonisch oder digital kontaktieren, um die Vorgehensweise abzustimmen
  • wir bitten Ratsuchende, einen Mund-/Nasenschutz zu tragen
  • Maximal zwei Personen pro Beratungsbesuch
  • Handdesinfektionsmittel im Eingangsbereich unbedingt nutzen
  • Mindestabstand beachten, mindestens 1.5 Meter zu anderen Personen

Nach wie vor wird Beratung auch per Telefon und Online angeboten. Alle Veranstaltungen, Gruppentermine und Treffen unabhängig vom Veranstaltungsort bleiben bis auf Weiteres untersagt.

Bitte bleiben Sie gesund.